Kurzentschlossen verlegte der Musikverein „Eichenkranz“ Eichenbühl sein traditionelles Gartenkonzert vom flirrenden Rathaushof in die schützenden, kühlen Mauern der Pfarrkirche St. Cäcilia.Was als pragmatische Notlösung begann, entpuppte sich als atmosphärischer Glücksfall, bei dem die Sakralarchitektur den Klängen ein ganz besonderes Volumen schenkte.
Unter der präzisen und feinfühligen Leitung von Dirigent Peter Jedlitschka entfaltete das Ensemble ein anspruchsvolles, neunteiliges Programm, das die akustischen Vorzüge des Gotteshauses exzellent auszunutzen wusste.Die musikalische Reise schlug gekonnt Brücken zwischen den Genres: Epische Kinomomente: Dramatische Auszüge moderner Filmmusik erzeugten Gänsehautmomente unter den hohen Kirchenbögen.
Mit beschwingten Polkarhythmen brachte das knapp zwei Dutzend Akteure starke Orchester mit feinem Gespür für die Dynamik des Kirchenschiffs trotz der feierlichen Kulisse eine sommerliche Unbeschwertheit in den Raum.
Durch den Spätnachmittag führte der Vorsitzende Hermann Schmedding. Mit seiner pointierten und charmanten Moderation balancierte er geschickt zwischen feinsinnigem Hintergrundwissen zu den Stücken und einer erfrischenden Prise Humor. Das Publikum dankte es den Musikern mit begeistertem Applaus für diese gelungene, schattige Kulturflucht.
Text und Bilder: Roland Schönmüller


