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Patronatsfest in Riedern

Das Kiliani-Patrozinium in Riedern wurde am Sonntag, den 5. Juli wegen des Regens nicht als Prozession durch das Dorf gefeiert, sondern nur in der Kirche St. Kilian.

Gerade dadurch erhielt der Festtag eine besondere Dichte: Volksgesang, Gebet und die schlichte liturgische Gestaltung durch Pfarrer Artur Fröhlich machten sichtbar, was dieses Patronatsfest im Kern trägt.

Der heilige Kilian, dessen Gedenktag im Bistum Würzburg am 8. Juli begangen wird, gehört mit Kolonat und Totnan zu den Frankenaposteln und ist bis heute tief im religiösen Gedächtnis der Region verankert. In Riedern bekommt diese große Tradition ein örtliches Gesicht: als Patron der Kirche, als vertrauter Termin im Jahreslauf und als Zeichen dörflicher Gemeinschaft.

Auch die Kirche selbst erzählte an diesem Vormittag von Kontinuität. Zwei Kilians-Figuren aus der alten Kirche erinnerten an Martyrium, Bekenntnis und Nähe. Marienfiguren im Kirchenraum luden zum Schauen und zur stillen Einkehr ein. Der sonstige Weg über Stationen wie den Nepomuk-Bildstock an der Erf und den alten Friedhof blieb zwar ungegangen, war aber im Bewusstsein der Feiernden gegenwärtig.

So zeigte das Kiliani-Patrozinium, dass Tradition nicht vom reibungslosen Ablauf lebt. Der Regen veränderte den Tag, aber er nahm ihm nicht seine Würde. Aus dem ausgefallenen äußeren Zug wurde eine konzentrierte Feier im Inneren: nah am Ort, nah an den Menschen und nah an einer fränkischen Glaubenstradition, die nur im gemeinsamen Feiern lebendig bleibt.

Text und Bilder: Roland Schönmüller