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Patrozinium in Neunkirchen: Gedenken an die Apostelfürsten Petrus und Paulus

Die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Neunkirchen feierte am Sonntag, den 28. Juni ihr traditionelles Patrozinium. Den feierlichen Festgottesdienst in der Pfarrkirche leitete Pfarrer Artur Fröhlich.

Im Zentrum der Liturgie und der Predigt stand die theologische und historische Bedeutung der beiden Kirchenpatrone, deren gegensätzliche Lebenswege das frühe Christentum maßgeblich geprägt haben.

Zwei unterschiedliche Fundamente der Kirche:
In der Predigt wurde die Vielschichtigkeit der beiden Apostelfürsten beleuchtet, deren Biografien von tiefen persönlichen Brüchen gezeichnet sind.

 

Simon Petrus: Der Fischer vom See Genezareth gilt trotz seiner menschlichen Schwächen und des biblischen Verleugnungsmoments als das fundamentale Bindeglied der Urgemeinde und erster Papst.
 

Paulus von Tarsus: Der einstige Christenverfolger Saulus wandelte sich nach seinem Bekehrungserlebnis vor Damaskus zum intellektuellen Vordenker und weltweiten Missionar des frühen Christentums.

Vom theologischen Konflikt zur Einheit.
Die historische Bedeutung des Festes liegt in der Zusammenführung dieser zwei gegensätzlichen Charaktere. Während Petrus primär für die Verwurzelung im jüdischen Ursprung stand, öffnete Paulus die Botschaft für die antike Welt außerhalb Judäas. Trotz heftiger theologischer Debatten über den Kurs der frühen Kirche – wie dem Apostelkonzil – besiegelte ihr gemeinsames Martyrium in Rom das gemeinsame Fundament.

Pfarrer Artur Fröhlich zog in seiner Ansprache die Verbindung zur Gegenwart: Die Kirche baue historisch nicht auf fehlerfreien Biografien auf, sondern auf Menschen, die trotz eigener Unzulänglichkeiten Verantwortung übernommen haben.

Das Patrozinium in Neunkirchen setzte damit ein Zeichen des Aufbruchs und der Besinnung auf die gemeinsamen Wurzeln der Pfarrgemeinde.
 

Text und Bilder: Roland Schönmüller