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Wenn die Kirche in die Halle zieht

Wer am letzten Juli-Sonntagvormittag die Kirche in Heppdiel besuchte, stand vor verschlossenen Türen – und das aus bestem Grund. Der FC Heppdiel hatte eingeladen. Die Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft St. Antonius Erftal und Höhen strömten in die Sporthalle statt in das traditionelle Gotteshaus.

Dieses ungewohnte Bild machte sofort klar: Der Glaube wurde an diesem Tag dorthin gebracht, wo sonst der Schweiß fließt.

Im Mittelpunkt des Geschehens war Pfarrer Artur Fröhlich. Er funktionierte die Hallenbühne mit Helfern zum Altar und zur Fußballer-Messe um. Mit gewohntem Charisma und einer gehörigen Portion Humor schlug er in seiner Ansprache die Brücke zwischen dem Sport und dem christlichen Glauben. Seine Parallele zwischen der Ausdauer beim Fußball und dem langen Atem im Glauben leuchtete jedem Gast in der vollbesetzten Halle sofort ein. Die lockere, aber dennoch tiefgründige Atmosphäre steckte die Besucher sichtlich an.

Früchte der Begegnung.
Der emotionale Kern der Predigt lag in der gleichnishaften Bilderwelt Jesu. Pfarrer Fröhlich berührte die Herzen der Zuhörer mit drei zentralen Gleichnissen, die von inneren Werten handelten:

Der Schatz im Acker: Die Entdeckung des Glaubens als wertvolles Fundament, für das man alles andere gerne zurücklässt.
Die kostbare Perle: Die gezielte Suche nach dem, was dem Leben echten, unvergänglichen Sinn verleiht.

Das Fischernetz: Ein Symbol für die Weite und die Offenheit für Neues, ohne dabei das Bewährte und Alte gering zu schätzen.

Diese "Früchte der Begegnung" machten deutlich, dass die wahren Trophäen des Lebens im Inneren zu finden sind.

Nach dem feierlichen Segen wechselte die Stimmung nahtlos von der Andacht zur sportlichen Anspannung. Die Tribünen draußen füllten sich zu den Kleinfeldturnieren der Junioren wieder. Mit gestärktem Geist und voller Vorfreude blickte die Fangemeinde auf den anstehenden Nachmittag. Die finalen Pokalspiele wurden ausgetragen und die Jagd nach den begehrten Trophäen begann.

Der Gottesdienst in der Heppdieler Sporthalle hat eindrucksvoll bewiesen, dass moderner Glaube keine starren Mauern braucht. Durch die Verknüpfung von Teamgeist, sportlicher Begeisterung und den zeitlosen Botschaften der Gleichnisse Jesu wurde Kirche nahbar und lebendig. Wer gelernt hat, das Alte zu achten und offen für Neues zu sein, nimmt aus dieser Begegnung weit mehr mit als nur die Hoffnung auf einen Turniersieg: den Blick für die echten, inneren Schätze des Lebens.

Text und Bilder: Roland Schönmüller

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