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Die Rückkehr der Pietà von Heppdiel

Beim Patrozinium des Hl. Mauritius in Heppdiel am 20. September erlebte die Festgemeinde ein Ereignis von bleibendem kulturellen und seelischen Wert. Nach der feierlichen Messe segnete Pfarrer Artur Fröhlich das aufwendig restaurierte Bildhäuschen, das nun an einem prominenten neuen Platz – harmonisch eingebettet zwischen Pfarrheim, Kirche und dem neuen Feuerwehrhaus – seine dauerhafte Heimat gefunden hat.

Dass der hiesige Kirchplatz um ein wahres Schmuckstück reicher ist, verdankt das Dorf vor allem einem Mann: Willi Schlegel, rühriger Mesner und leidenschaftlicher Hauptinitiator, blickte mit berechtigtem Stolz auf das vollendete Werk. Ihm gelang es, die Dorfgemeinschaft für dieses Vorhaben zu entflammen. Es war ein langes Ringen um den Erhalt, doch das Ergebnis ist ein Ort, der zum inneren Verweilen einlädt.

Die handwerkliche Meisterleistung lag in den Händen von Kirchenmaler Christopher Betzwieser. Mit feinsinnigem Gespür gelang es ihm, den ursprünglichen Zustand formal und farbig detailgetreu wiederherzustellen. Die Musikkapelle umrahmte die Feierlichkeiten im Anschluss an das Patronatsfest klangvoll und verlieh dem Tag den verdienten festlichen Ausklang.

Hintergrund: Zwei Epochen, ein Monument

Das steinerne Denkmal vereint zwei völlig unterschiedliche Epochen der Regionalgeschichte. Das schützende Bildhäuschen selbst ist jüngeren Datums und wurde im Jahr 1857 errichtet – einer Zeit des späten Biedermeiers, in der die sakrale Kleinarchitektur im ländlichen Raum einen Aufschwung erlebte.

Das emotionale und historische Herzstück im Inneren ist jedoch deutlich älter: Die dort thronende Pietà stammt aus dem Jahr 1790.

Identität und Heimat: Die Pietà von 1790 überdauerte Generationen. Sie überstand Kriege, Systemwechsel und den Wandel der Moderne.

Die Entscheidung, das Bildhäuschen von seinem historischen Standort zu entfernen und an den neuen Platz umzusiedeln, war kein Akt gestalterischer Willkür, sondern eine fundamentale Notwendigkeit. Der alte Standort war über die Jahrzehnte durch schleichende Veränderungen des Erdreichs und unzureichende Fundamentierung instabil geworden. Das schwere Steingebilde drohte durch ungleichmäßige Setzungen Risse zu bekommen oder im schlimmsten Fall einzustürzen.

Mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses bot sich die einmalige historische Chance, den Ortskern städtebaulich neu zu ordnen. Der neue Standort bietet nicht nur geologisch stabileren Grund, sondern rückt das Bildhäuschen auch optisch in den geschützten, identitätsstiftenden Mittelpunkt zwischen Kirche, Kultur (Pfarrheim) und der lebendigen Dorfgemeinschaft (Feuerwehr).

Bilder und Text: Roland Schönmüller

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