Es war kein lautes Ereignis, sondern eines, das aus der Ruhe seine Kraft bezieht. Pfarrvikar Krzysztof Winiarz erinnerte in seiner Ansprache an die Bedeutung dieses vorpfingstlichen Bittgangs: ein Gehen, das die Felder, die Familien und die kommenden Wochen unter den Schutz Gottes stellt. Die Fürbitten der Messe griffen diese Gedanken auf – schlicht, klar, getragen von der Hoffnung, dass Segen und Verantwortung einander nicht ausschließen, sondern ergänzen.
Der Zug selbst ein Bild der Gemeinschaft: Ministrantinnen, Musikerinnen und Musiker der Blaskapelle, Erwachsene, Kinder, Jugendliche, Senioren – ein Miteinander, das nicht inszeniert war, sondern selbstverständlich. Die Freiwillige Feuerwehr sicherte die Durchgangsstraße nach Heppdiel-Windischbuchen und Miltenberg-Wenschdorf ab.
Am Lindenbaum, diesem unscheinbaren, aber seit Jahrzehnten bedeutsamen Ort, schien die Prozession für einen Moment zu verweilen – nicht nur körperlich, sondern innerlich. Vielleicht war es die Abendluft, vielleicht die Musik, vielleicht die schlichte Geste des gemeinsamen Stehens: Der Bittgang erhielt dort jene Tiefe, die man nicht planen kann, die aber entsteht, wenn Menschen gemeinsam unterwegs sind.
Beim Rückweg zur Kirche lag über Schippach eine Atmosphäre, die weder feierlich noch alltäglich war, sondern etwas dazwischen – ein stilles Einverständnis, dass Traditionen dann lebendig bleiben, wenn sie aus Verbundenheit und nicht aus Pflicht getragen werden.
Fazit:
Die Markusprozession zeigte sich in diesem Jahr als ein leiser, würdevoller Ausdruck dörflicher Gemeinschaft – ein Ritual, das nicht auf Wirkung zielt, sondern auf Zusammenhalt.
Text und Bilder: Roland Schönmüller


