Pfarrvikar Krzysztof Winiarz zelebrierte um 10 Uhr den Gottesdienst und rückte neben dem Dank für die Ernte vor allem Gemeinschaft und Verantwortung in den Mittelpunkt.
Zwischen Podium und Besuchern zeigte sich der Herbst von seiner dekorativsten Seite. Eine traditionelle Erntekrone zog die Blicke auf sich, flankiert von einem geschmückten Speichenrad sowie Obst, Getreide, Kastanien, Kürbissen und weiteren Gaben. Kurz gesagt: Was Feld, Garten und Wald zu bieten hatten, war liebevoll versammelt.
In seiner Predigt griff Winiarz den Wert der Dorfgemeinschaft auf. Er sprach über das Erleben von Gemeinschaft, die Verbundenheit im Glauben und darüber, dass eine gute Ernte nicht einfach vom Himmel fällt – auch wenn der Segen von oben ausdrücklich dazugehört. Erntedank heiße, Gott dankbar zu sein und zugleich jene Voraussetzungen im Blick zu behalten, die Wachstum und Ernte ermöglichen. Dazu stellte der Pfarrvikar einen Bezug zur aktuellen Lesung des Festtages her.
Dankbarkeit, so seine Botschaft, dürfe jedoch nicht an der Hallentür enden. Sie schließe Verantwortung ein: bei der täglichen Arbeit, im Umgang miteinander und gegenüber Menschen, die unter Armut leiden. Winiarz erinnerte an weltweite Not ebenso wie an Kinderarmut in Deutschland. Auch Lebensmittelverschwendung und die Folgen der Wegwerfgesellschaft kamen zur Sprache. Die klare Formel lautete: Danke sagen und Verantwortung tragen gehören zusammen – denn ein voller Kühlschrank ist noch kein Freibrief für eine volle Mülltonne.
Nach der Messe wechselte das Fest nahtlos vom besinnlichen zum beschwingten Teil. Beim Frühschoppen gab die Odenwälder Trachtenkapelle Wenschdorf-Monbrunn unter der Leitung von Susanne Hock den Ton an. Beim gemeinsamen Mittagessen sowie bei Kaffee und Kuchen blieb reichlich Zeit für Gespräche, Begegnungen und vermutlich auch für die eine oder andere fachkundige Einschätzung darüber, welcher Kuchen zuerst „wegprobiert“ werden müsse.
Für Tempo in der Bergackerhalle und rund um das Fest sorgten außerdem ein Seifenkisten- und ein Bobbycar-Rennen, organisiert von der Freiwilligen Feuerwehr Schippach. Dabei zeigte sich: Wer klein fährt, kann trotzdem groß herauskommen. Zu den besonderen Gästen zählten unter anderen Feuerwehrleute aus Külsheim-Steinbach und Rück-Schippach, die das gesellige Miteinander über die Ortsgrenzen hinweg verstärkten.
Fazit: Das Schippacher Erntedankfest verband Gottesdienst, Tradition und Dorfgemeinschaft zu einem ebenso nachdenklichen wie fröhlichen Tag. Zwischen Erntekrone, Blasmusik und Bobbycars wurde deutlich: Gemeinschaft wächst nicht auf dem Acker – aber sie gedeiht prächtig, wenn viele sie gemeinsam pflegen.
Text und Fotos: Roland Schönmüller


